Es geht um die 3

12.07.2018

Gute Musik, normale Sprache, überraschende Begegnungen: Es sind vor allem diese drei Merkmale, die das neue Gottesdienstformat in der münsterischen Erphokirche ausmachen – und ihm seinen Namen „der 3.“ geben. „Kürzer geht’s kaum“, sagt Lisa Sauer, Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Mauritz. Und noch etwas passt dazu: An jedem dritten Sonntag im Monat um 11.30 Uhr findet dieser besondere Gottesdienst statt. „So bleibt der Titel auf jeden Fall hängen“, ergänzt sie.

Mit dem neuen Konzept zeigen sich die Mitglieder des Vorbereitungsteams experimentierfreudig und folgen damit einem Vorschlag des Bistums Münster: „Der ‚Kulturwandel‘, mit dem das Bistum eine Kirche der Beziehung stärken möchte und zum Ausprobieren einlädt, kam für uns wie gerufen“, freut sich Uta-Maria Gaubitz. Denn genau darum gehe es bei „dem 3.“: um Beziehung und Beteiligung. Das spiegele sich auch in der Zielgruppe wieder, erklärt die Ehrenamtliche: „Angesprochen sind erwachsene Menschen, die den Gottesdienst aktiv mitgestalten wollen, die Glauben und Alltag in Verbindung bringen wollen und denen vielleicht viele traditionelle Worte, Riten und Klänge immer fremder werden.“ 

Einmal hat der neue Gottesdienst bereits stattgefunden. Mehr als doppelt so viele Besucher als sonst füllten im Juni die Kirchenbänke. Im Anschluss haben sich mehrere gemeldet, die weitere Gottesdienste mitvorbereiten möchten. „Das zeigt uns, dass es sie gibt, die Menschen, die eine Sehnsucht nach Spiritualität haben und die neugierig sind“, sagt Ortrud Harhues. Motivation für sie und das Team, weiterzumachen, denn jeder Gottesdienst bedarf einer intensiven Vorbereitung. Zum Beispiel die Musik, die „an die alltäglichen Hör- und Singgewohnheiten anknüpfen“ soll. „Wir verzichten auf die Orgel, dafür singt der PEP-Chor der Gemeinde mit rhythmischer Musik, leicht mitsingbar“, erklärt Uta-Maria Gaubitz. Außerdem sollen Gebete frei formuliert werden.

Ein weiteres Element: Zehn Minuten geschenkte Zeit. Was dahinter steckt, verdeutlicht Ortrud Harhues: „Nach der Predigt läuft vorne auf der Leinwand ein Countdown ab. Es gibt zehn Minuten freie Zeit, in denen die Besucher zum Beispiel ein Nachgespräch mit dem Prediger führen, sich persönlich segnen lassen oder eine Fürbitte aufschreiben können, die anschließend vorgelesen wird, oder in denen sie sich einfach miteinander unterhalten können.“ Den Gemeinschaftsgedanken stärken, das steht auch bei der Kommunion im Mittelpunkt: „Wir wollen zwei große Kreise bilden und bewusst miteinander den Leib Christi empfangen“, sagt Harhues. Nach dem Gottesdienst machen die Verantwortlichen darum auch das Angebot, bei Getränken und Snacks noch beisammenzubleiben. 

Der nächste „der 3.“ findet am dritten Juli-Sonntag (15. Juli) um 11.30 Uhr in der Erphokirche statt. Er steht unter dem Leitwort „Endlich frei!“.

Ann-Christin Ladermann

Foto: Bischöfliche Pressestelle

 

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