Margaretakirche

Die Margaretenkirche gehört zum Kirchort Margareta.

Adresse: Hegerskamp 3 / Wolbecker Straße, 48155 Münster
Bushaltestelle: Margaretakirche (Linie 11)

Kirche St. Margareta

Die ersten Gottesdienste im Gebiet der heutigen Margaretengemeinde fanden ab 1946 sonntags im Saal der Gaststätte Kinnebrock statt. Ab 1951 wurden die sonntäglichen Messen in Räumen der Bunkerschule (spätere Margaretenschule) gefeiert, wo 1953 eine Behelfskapelle eingerichtet wurde. 1955/56 wurde die Notkirche an der Mondstraße errichtet, 1959 erfolgte die Erhebung des bisherigen Rektorats zur selbstständigen Pfarrgemeinde, die auf Wunsch des Herz-Jesu-Pfarrers Eltrop den Namen der Begründerin der Herz-Jesu-Verehrung tragen sollte: St. Margareta. Es begannen die Planungen eines Kirchenneubaus für die inzwischen circa  4000 Katholiken. Am 5. November 1961 erfolgte die Grundsteinlegung, am 19. März 1963 die Benediktion und am 3. Mai schließlich die Einweihung  der Margaretenkirche durch Bischof Joseph Höffner. Sie hat eine Länge von 32,5 m, eine Breite von 31 m und bietet Sitzplätze für 450 Besucher.

Die Architekten E.M. Kleffner und C. Kleffner-Dirxen haben der Kirche als Tochter der Mutterkirche Herz-Jesu die Grundform eines Herzens gegeben und  in die Herzspitze den Altar platziert. Dieser ist aus Würzburger Muschelkalk gemeißelt und hat ein Gewicht von über 7 Tonnen. Ein dunkles Kreuz vor dem vorn aufgespaltenen Felsblock versinnbildlicht das Karfreitagsgeschehen: „Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben“ (Joh 19,37). Sein Herz ist der geöffnete Fels, aus dem „Ströme von lebendigem Wasser fließen“ (Joh 7,38). Der Altar, den ein Prozessionsweg umläuft, wird durch das nach vorn abfallende Terrain für alle Gottesdienstbesucher gut sichtbar gemacht. Bemerkenswert ist auch das Kreuz über dem Altar: Ein kleiner Speerpfeil weist auf die Hohlstelle, wo sich Längs-und Querbalken treffen - das Herz des Erlösers steht offen für alle. Der horizontale Balken ist länger als der vertikale -  mit ausgebreiteten Armen und umspannender Liebe erfasst der Herr die Räume der Welt. Das Kreuz ist transparent, durchschaubar – der Blick wird freigegeben auf das, was dahinter liegt, die eigentliche Welt Gottes.

Der Kirchbau und die nach und nach erfolgte Innenausstattung fielen in die Zeit des 2. Vatikanischen Konzils und verwirklichten dessen Vorstellung von einem Raum für die um den Altar versammelte Gemeinde. So fand  der Tabernakel, der zunächst auf dem Altarblock stand, seinen Platz im Bereich der Kanzel, die weichen musste. Er bildet eine Einheit mit dem Ambo und dem Osterleuchter aus gleichem Bronzematerial – Ausdruck der Verbindung von eucharistischem Brot und Wort Gottes. Neben dem Tabernakel hat in den 80er Jahren auch der Taufbrunnen  seinen  Platz  gefunden, der ursprünglich im Bereich der heutigen Werktagkapelle stand. Er ist in Kelchform ebenfalls aus Muschelkalk geschlagen und trägt auf seinem Deckel die Arche Noah, hinweisend auf die reinigende Kraft des Wassers und die Rettung vor dem Untergang.

In diesem Taufbereich befindet sich auch das in Bronze gegossene und vergoldete Reliquiar mit einem Knochensplitter der Hl. Margareta Maria Alacoque. Im Sockel eingelassen ist die Urkunde des Bischofs von Macon, zu dessen Bistum Paray le Monial gehört, der Wirkungsort der Hl. Margareta.

In der Gemeinde sehr lebhaft diskutiert wurde die 1965 aufgestellte Marienstatue, die so gar nicht der gängigen Vorstellung eines Madonnenbildes entsprach. In Form und Farbgebung erdverbunden, weist Maria  mit ihren Händen auf das Christuskind hin, das auf ihrem Schoss steht und mit seiner Kreuzform hindeutet auf seine Bestimmung, die Erlösung zu bringen. Dieses Kunstwerk von hoher Gestaltungs- und Aussageintensität lohnt eine intensive Betrachtung!

Die gesamte Innenausstattung der Kirche, mit Ausnahme der Buntverglasung und des Kreuzwegs, oblag dem Bildhauer Eberhard Hellinge aus Enger. Die Buntverglasung schuf 1969/70 der Glasmaler Robert Köck aus Mainz. Im Thema „Blut und Wasser“ soll die umfassende Geste des Welterlösers dargestellt werden, die die Gläubigen im Kirchraum durch das Wasser der Taufe und das Blut der Eucharistie umfängt. Der Kreuzweg wurde 1965 von Hildegard Wüstefeld aus Angelmodde geschaffen, ursprünglich für ein Kloster in Dachau, für dort aber waren die Tonbilder zu dunkel gebrannt. Die 15. Station „Auferstehung“ wurde später hinzugefügt. Zwischen dieser und der Station „Grablegung“ hat die Gemeinde ihre Totengedenkstelle eingerichtet.

Die kleine, aber feine Orgel (12 Register), 1960 von der Firma Breil in Dorsten gebaut, konnte die Gemeinde 1975 vom Priesterseminar Münster übernehmen. In den 80er Jahren wurde im Bereich der ehemaligen Taufkapelle eine Werktagkapelle errichtet, nicht zuletzt auch, um Heizkosten zu sparen. Dieser Raum ermöglicht kleineren Gemeinden ein intensives Erleben des Gottesdienstes.

1966 erhielt der bereits 1964 fertiggestellte Turm (35 m hoch) 4 neue Glocken: Margareta (1000 kg), Petrus (560 kg), Paulus (380 Kg) und Maria (220 kg). Die Glocken sind abgestimmt mit denen der benachbarten evangelischen Auferstehungsgemeinde, zusammen läuten sie an jedem Samstag ökumenisch den Sonntag ein. In den ursprünglich freien Raum zwischen Turm und Kirche wurde in den 1980er Jahren das neue Pfarrheim mit der Pfarrbücherei gebaut.

Heute  sieht die Margaretenkirche grundlegenden Änderungen entgegen: um einen verkleinerten Gottesdienstbereich herum soll ein sozial-caritatives Zentrum entstehen. Dieses soziale Engagement, ein Herz für die Mitmenschen zu haben, kann die Antwort sein auf die Botschaft der Hl. Margareta „Gott hat ein Herz für die Menschen“ und ihre in dem Grundstein der Margaretenkirche eingemeißelte Aufforderung:

GELIEBT WERDE ÜBERALL AUF ERDEN DAS HEILIGSTE HERZ JESU!

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