„Zusammen sind wir Heimat“ - Internationales Flair beim Caritassonntag in Margareta

21.09.2017

Es war ein bunter  Anblick, als man am Caritassonntag zum Gottesdienst die Margaretakirche betrat:  Menschen  aus verschiedenen Nationen versammelten sich im Kirchenraum und wurden vom Seelsorger Ludger Picker in das Thema des Sonntages „Zusammen sind wir Heimat“ eingeführt. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Sozialbüros und der Gemeindecaritas in Margareta hatten 20 Familien oder Einzelpersonen mit Fluchterfahrung interviewt. Unter dem Thema „Heimat verlieren- Heimat neu gewinnen“  wurden die Ergebnisse in einer Ausstellung auf der Aktionsfläche der Kirche präsentiert. Beispielhaft wurden im Gottesdienst drei verschiedene Flüchtlinge (aus Eritrea, Vietnam und Syrien ) zu ihren Fluchterfahrungen und der Neu-Beheimatung befragt. Es herrschte aufmerksame Stille, als die Betroffenen aus ihren Leben erzählten. Flucht vor Krieg bekam plötzlich ein persönliches Gesicht. Aus Bildern im Fernsehen wurden Gesichter von Menschen, die alle am Kirchort Margareta leben. Pastor Torsten Jortzick brachte immer wieder das Anliegen des Caritassonntages ins Gebet der Eucharistiefeier.

Es fügte sich, dass ausgerechnet an diesem Sonntag die Choralschola ihr 30jähriges Bestehen feierte, die ihren Ursprung  in Margareta hat und mehrmals im Jahr Gottesdienste in ihrer Heimatgemeinde gestaltet, obwohl die Mitglieder schon lange andere „Heimaten“ gefunden haben.

Im Anschluss an den Gottesdienst traf man sich zur internationalen Begegnung mit den Gästen im Pfarrheim - auch mit weiteren Familien, die nicht zuvor am Gottesdienst teilgenommen hatten. Jede Gastfamilie stellte sich vor und präsentierte mitgebrachte typischen Landesspeisen. Ein reger Austausch war an den Tischen zu beobachten - quer durch alle Nationen, Religionen und Hautfarben. „Wir glauben alle an den einen Gott“, „Wichtig ist, dass wir uns als Menschen liebevoll begegnen“, das waren Wortfetzen, die zu hören waren. So gab es Tipps für Studienbewerber, konnten Kontakte für den Alltag geknüpft werden, lernten sich Menschen kennen und staunten, dass sie ja Nachbarn sind - ohne sich bisher  begegnet zu sein. Es ergaben sich aber durch die Kontakte auch neue Bedarfe und Anliegen, die nun im Rahmen der Arbeit des Sozialbüros und der Gemeindecaritas aufgegriffen werden.

Für die Mitarbeiter der Caritas registrierten berührt, wie Menschen sich auf “fremde“ Menschen zu bewegten. Der Satz „Jeder Christ kann ein Caritäter sein, wurde im Raum gelebt.

 

Die Vorbereiter und Planer waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Verbindung von Liturgie und Caritas wurde erfolgreich, auf ganz neue Weise am sozial-caritativen Standort Margareta gelebt: ein gelungener Start für weitere Caritasaktionen im internationalen und interreligiösen Leben des Viertels.

 

Die Ausstellung mit den Interviews von Flüchtlingen - angefangen in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis heute- ist noch bis Mitte Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr zu sehen. Lassen auch Sie sich beeindrucken!

 

Text: Margarete Kohlmann

Fotos: Norbert Kohlmann

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