Tag des offenen Denkmals am 10. September

20.09.2017

Ein Baualter von fast tausend Jahren, da kommt einiges zusammen, was sich auf dem Dachboden unserer Mauritzkirche so angesammelt hat. Wie aus einem Dornröschenschlaf erweckt, wirken die vier historischen Modelle der Mauritzkirche und der Erphokirche, die für den Tag des offenen Denkmals  am 10. September 2017 vom Kirchenboden heruntergeholt wurden und nun, mit Hilfe von Restauratoren von den gröbsten Staubschichten befreit, in der Erphokirche zu sehen sind. In der kleinen Ausstellung erstrahlen sie regelrecht unter den Leuchten des Kirchenraums und man kann sich gar nicht satt sehen an den vielen Details, die im kleinen Maßstab als baukünstlerischer Dekor, nachgebildet sind. Genau das sollten sie auch schon vor hundert Jahren beim Betrachter bewirken. Wie auch heute, war es damals schon für Architekten  üblich, ihre Entwürfe in Modellen dem Bauherren anschaulich zu machen.

Seit 1905 plante der Kirchenvorstand der Mauritzgemeinde die mittelalterliche Kirche zu erweitern, da der Platz schon lange nicht mehr für die stark gewachsene Gemeinde reichte. Verschiedene Architekten wurden aufgefordert, Entwürfe vorzulegen. Anhand der wenigen Zeichnungen, die sich im Archiv erhalten haben, und einigen Briefen lassen sich diese Pläne der Gemeinde belegen, vor allem aber sind es die Modelle, die einen Eindruck, auch von den Größenordnungen, in denen man damals dachte, vermitteln.

1913 lehnte das Generalvikariat das Vorhaben dennoch ab und forderte den Kirchen-vorstand auf, einen Neubau einer weiteren Kirche in Angriff zu nehmen. Das ließ sich erst nach über 15 Jahren auch realisieren mit dem Bau der Erphokirche. Auch von dieser Kirche sind zwei Kirchenmodelle erhalten und in der Ausstellung präsentiert. Obgleich es sicher üblich war, für große Bauvorhaben Modelle aus Gips oder anderen Materialien von Bildhauern anfertigen zu lassen, sind solche Modelle so gut wie nie erhalten. Es ist also ein besonderes Glück, daß sich in unserer Gemeinde diese kleinen Kunstwerke über die Weltkriege hinweg und dem Entrümpeln der Kirchen im Geist der 60er Jahre entkommen, erhalten haben. Sie sind historisch bedeutende Zeugnisse unserer Pfarrgeschichte und stammen aus einer Zeitspanne, die sehr viele Neuerungen für die Gemeinde brachte. Insofern ist ihr Erhalt auch in Zeiten der Fusion ein echter Gewinn. Verdeutlicht er doch, wie sich die Gremien der Pfarrei nur hundert Jahre zuvor noch bemühten, den vielen Gemeindemitgliedern ausreichend Platz im Gottesdienst zu schaffen, während wir heute angesichts der immer leerer werdenden sechs Gotteshäuser manchmal sorgenvoll in die Zukunft schauen. 

Um die zum Teil arg beschädigten Modelle vor weiterem Verfall zu schützen, ist die Arbeit von Fachrestauratoren nötig. Für eine vorsichtige Säuberung, Ausbesserung der abgeschlagenen Teile und Befreiung von Schimmel, braucht es viele Stunden professioneller Arbeit. Deshalb möchten wir in einer besonderen Spendenkampagne Geld für die Restaurierung der Modelle sammeln. 

Während des Patronatsfests in St. Mauritz, am kommenden Sonntag, sind die Modelle in der Zeit von 15 - 17 Uhr noch einmal in der Erphokirche zu besichtigen. Gerne erläutere ich in einer Führung um 15: 30 Uhr ihre Entstehung und die Besonderheit der Entwürfe. Für die Restaurierung der Modelle kann man aber am Patronatstag auch auf dem Fest um die Mauritzkirche spenden. Dort kann sich jeder, der dem Spendenaufruf folgt, unter dem Motto "Auch ich bin ein Stifter" einmal wie ein richtiger Kirchengründer fühlen. 

Elisabeth Hemfort

Bilder Galerie: 

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